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Galtürer "Enzner“

 

Schon seit Menschengedenken wird in Galtür Enzian gegraben. Manche Familien lebten sogar vom Schnapsbrennen und vom Schnapsverkauf. In einem Pachtvertrag aus dem Jahr 1705 wird das Recht zum Graben von Enzianwurzen in der Alpe Schiffanella (Großvermunt) eigens erwähnt.

In Galtür kommt der punktierte Enzian (Gentiana punctata) vor. Er wächst nur im kristallinen Hochgebirge und unterscheidet sich vom gelben Enzian (Gentiana lutea), welcher im Kalkgebirge wächst.

Das Graben von Enzianwurzen ist streng limitiert. Der Galtürer „Enzner“ ist daher eine seltene Kostbarkeit und er wird nur bei besonderen Gelegenheiten als Zeichen aufrichtiger Verbundenheit angeboten.

Enzian ist ein uraltes Heilkraut. Heute verwendet man die Enzianwurzel als Extrakt, Tinktur, Pulver oder Pillen bei allen Arten von Magenbeschwerden. Er hilft bei schlechter Verdauung infolge Säuremangels, bei Übelkeit, Aufstoßen und Appetitlosigkeit. Früher verwendete man Enzianwurzen auch bei Fieber und Gicht, bei Hysterie, Hypochondrie, Blutarmut und Darmparasiten. Besonders beliebt ist der Enzianschnaps, der aus der Wurzel gebrannt wird und durch langes lagern immer besser wird.

Zum Wohl!

Österreichische UNESCO Kommission

GALTÜRER ENZIAN

Immaterielles Kulturerbe in Österreich

Im November 2013 wurde das Wissen um die Standorte, das Ernten und das Verarbeiten des punktierten Enzians in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.

http://immaterielleskulturerbe.unesco.at/cgi-bin/unesco/element.pl?eid=109&lang=de

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