Memento

Im Gedenken

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Galtür und Lawinen

 

Für Galtür, als eine der höchstgelegensten Dauersiedlungen der Westalpen, und seine Bewohner waren die Gefahren der Natur immer allgegenwärtig und bestimmten maßgeblich das leben der Bewohner.

 

Galtür wurde um das 11. Jahrhundert von den Rätoromanen aus dem Engadin besiedelt. Die erste Dauersiedlung entstand im 12. Jahrhundert.

Die ersten drei Toten, die auf dem Galtürer Friedhof im 14. jahrhundert begraben wurden, waren Lawinentote. Die Chronik von Galtür berichtet im Laufe der Jahrhunderte über zahlreiche Lawinen (siehe Beitrag "Glanz und Not in der Geschichte Galtürs" von MR Dr. Walter Köck). Auch darüber, dass die Galtürer über die Gefahren der Natur wussten und sich auch damit auseinandersetzten. So wurde die erste Lawinenschutzmauer im Jahre 1613 im Weiler "Bircha" errichtet.

 Mauer Bircha

Lawinenschutzmauer des Weilers "Bircha". Sie wurde bereits im Jahre 1613 errichtet.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Alpinisten die Silvretta. Wenn es zu Anfang nur Einzelgeher waren, stellte sich bald großes Interesse an der Silvretta heraus und so wurden die ersten Schutzhütten errichtet. Mit diesen Schutzhütten kam auch der Tourismus in unseren Ort. Galtür ist nicht nur der älteste Ort im Paznaun (über 700 Jahre), sondern war auch der erste Tourismusort der Region.

Durch den zunehmenden Fremdenverkehr wurde auch das Sicherheitsbedürfnis im Ort größer. So wurden z.B. Mitte der 30iger Jahre einige Gebäude mit Schutzmauern versehen, da nach dem damaligen Stand der Technik ein Verbauen im Anbruchsgebiet nicht möglich war. Seit Mitte der 50-iger Jahre sind die Fachleute der Lawinenverbauung in Galtür beschäftigt, um dem besiedelten Bereich ein maximales Maß an Sicherheit zu bieten.

So wurde z.B. die Verbauung im Bereich Vergiel, Großtal, Gidis- und Portrinner sowie die Egata- und Vergaltschlawine bereits fertig gestellt. Die Naturkatastrophe vom Februar 1999 bei dem in einem der ältesten Ortsteile von Galtür große Schäden entstanden, hat alle bisherigen Maßstäbe gesprengt. So musste in sehr kurzer Zeit ein Sicherheitskonzept für den betroffenen Ortsteil entwickelt werden.

So wurde bereits im Sommer 99 mit der Errichtung der beiden Schutzdämme Landle und Winkel begonnen. diese wurden bis Ende des Jahres 99 soweit fertiggestellt, dass die volle Schutzwirkung gegeben war. Gleichzeitig wurde mit der Anbruchverbauung begonnen.

Die Arbeiten für die Anbruchverbauung dauerten von 1999 bis 2009. Insgesamt wurden 4711 Laufmeter Stahlschneebrücken errichtet. Des weiteren wurden automatische Wetterstationen errichtet, welche genaue Daten über Temperatur, Niederschlagsmengen, Schneehöhe, Windrichtung- und geschwindigkeit liefern.

 

Die Republik Östereich, das Land Tirol und die Gemeinde Galtür haben so von 1999 bis 2009 alleine 6.689.743,15 € alleine in die Sicherheit von Galtür investiert. Weitere Projekte sind in der Ausführung und Planung.

Zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen für Galtür, wurden durch den Bau von Tunneln und Galerien die Strasse ins Paznaun auf weiten Strecken abgesichert.

 

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