Memento

Im Gedenken

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Lawinenwinter 1999

 

Der Winter 1998/19999 war in den Alpen einer der schneereichsten Winter überhaupt. Im Zeitraum von 27. Jänner bis 25. Februar gab es drei kurz aufeinanderfolgende Staulagen mit intensiven Neuschneemengen. Starke Winde aus Nordwest sorgten in den Kammlagen für ungeahnte Triebschneeansammlungen. So waren ab dem 17. Februar nicht nur das Paznaun, sondern zahlreiche Täler und Orte nur mehr über den Luftweg erreichbar. Ein kurzzeitiger Temperaturanstieg am 22. Februar ließ die Schneefallgrenze auf über 2000 Meter ansteigen und verschärfte die Situation zusätzlich.

Der Schneeniederschlag war im Februar 1999 sechs mal höher als der Mittelwert und um 40 % höher als der bis dahin gemessene Maximalwert.

Im ganzen Alpenraum gingen im Winter 1998/1999 zahlreiche Lawinen ab und zerstörten Gebäude und forderten Menschenleben.

Am 9. Februar 1999 wurden 20 Chalets im Chamonix Tal von einer Lawine verschüttet und zwölf Menschen starben unter den Schneemassen. Weitere zwölf Menschen starben In Evolène in der Schweiz, Kanton Wallis, am 21. Februar 1999 in einer Lawine.

 

FließdruckAm 23. Februar 1999 um 16:03 Uhr löste sich über Galtür, am Grat zwischen Grieskogel und Grieskopf, auf einer Breite von ca. 550 Meter die Äußere Wasserleiter Lawine sowie die Weiße Riefe Lawine. Die Äußere Wasserleiter Lawine drang dabei in die bis dahin in Galtür als sicher geltenden  Ortsteile Frühmeßgut und Winkel vor.

52 Menschen wurden verschüttet, 22 Personen, davon 2 Schwerverletzte, konnten durch die Hilfsmannschaften, bestehend aus Einheimischen und Gästen, lebend geborgen werden.

31 Menschen konnten leider nur mehr tot geborgen werden.

Sieben Häuser und vier Wirtschaftsgebäude wurden total zerstört, drei Häuser schwer beschädigt und 14 weitere Gebäude leicht beschädigt. Weiters wurden an die 102 PKW beschädigt.

Die Schadenssumme für die Gebäude betrug ATS 72 Millionen Schilling (entspricht  5,2 Millionen Euro), die an den PKW auf ca. 20 Millionen Schilling (entspricht 1,45 Millionen Euro)

Die Anrißhöhe  der Lawinen betrug  2- 2,5 Meter und sie erreichten bei einer Fallhöhe von über 1000 Meter eine maximale Geschwindigkeit von 60- 70 Meter pro Sekunde, dies entspricht 210 km/h bis 250km/h. Die Hangneigung in den Sturzbahnen der Lawinen bewegt sich zwischen 60% und 125%.

Der Spitzendruck im Fließanteil  der Lawine (ca. 2,4m über dem Boden) wurde mit 25 Kilopascal berechnet.

Am 24. Februar ging auf den Ortsteil Valzur, der Gemeinde Ischgl, eine weitere Großlawine ab und verschüttete auch dort Gebäude und Menschen. Hier hatte man sieben Todesopfer zu beklagen.

Bild: die Grafik zeigt das Ergebnis der Nachrechnung der Lawine vom 23.02.1999

(C) Forstliche Bundesversuchsanstalt

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